"Leute macht mal Lärm!"
Revierkönig 2012: Drei Rapper triumphieren im Bayernzelt

Oberbürgermeister Horst Schiereck mit dem Revierkönig 2012 und Fans
Um exakt 22.02 Uhr kannte der der Jubel keine Grenzen mehr. Moderator Helmut Sanftenschneider überließ es der brodelnden Fanmenge im Bayernzelt gleich selbst, die neuen Musik-Monarchen des Ruhrgebiets auszurufen: H1, MQstylez und Chevy sitzen seit Dienstag auf dem Thron des REVIERKÖNIG 2012.
Und wie es sich für drei Rapper mit großem Ego, großen Tattoos und noch viel größerer Fangemeinde gehört, wirkten die aufgekratzten Jungs aus Herne, Castrop-Rauxel und Bochum alles andere als überrascht, überwältigt oder gar mit der Situation überfordert.
Im Gegenteil, schon bei ihrem Auftritt eine knappe Stunde zuvor hatten sie dem Bayernzelt mehr als klar gemacht: Hier kommt eine Truppe, für die der zweite Platz nichts anderes als der erste Verliererrang ist. „Leute, macht mal Lärm“, feuerten sie das feiernde Publikum in ihrem Rap-Beitrag „Abgehen“ entgegen.
Die inzwischen vierte Auflage des Talente-Castings auf der Cranger Kirmes – wie immer ausgerichtet von der gleichnamigen Eventagentur REVIEKÖNIG – stellte wieder unter Beweis, dass die Kreativ-Szene des Ruhrgebiets kraftvoll pulsiert wie der Herzschlag eines Bergmanns. Musik, Tanz, Comedy: Die elf über Facebook ermittelten Finalisten boten dem Bayernzelt die volle Bandbreite künstlerischen Schaffens. (Foto links: Fans im Bayernzelt)
Die erst 16-jährige Jo Marie verzückte mit ihrer Interpretation von „Ain’t no mountain high enough“ die Jury aus Sängerin Pamela Falcon, Comedian Oliver Beerhenke und Michael Kassner so nachhaltig, dass sie am Ende strahlend die Urkunde für die Zweitplatzierte in den Händen hielt.
Und die Vizekönige des vergangenen Jahres - T-SM (Foto rechts), Chrystal Chris und Max V – scheiterten diesmal wohl allein an ihrer Nervosität, einem Texthänger im Rap-Part. „Super Stimme, super Song, aber wir müssen fair bleiben“, lobten die Juroren. Ansonsten war das Trio mehr als siegerverdächtig.
DJ Günni (Foto), der als „Marler Mausebär“ an Startplatz fünf nicht nur sein selbst kreiertes Parfum, sondern auch eine heftige Brise Mallorca-Schlager-Partybeat ins Bayernzelt gepustet hatte, ging preistechnisch zwar leer aus, ließ sich das Feiern am Biertisch trotzdem nicht verbieten. „Du gehörst auf die Bühne“, hatte ihm Oliver Beerhenke mitgegeben. Und tatsächlich hatte Günni etwas vollbracht, was kaum jemand für möglich gehalten hatte: Bei seinem Song tanzte sogar das junge Rap-Publikum vor der Bühne Discofox.
Die lautstark eingeforderte Zugabe der neuen Revierkönige wurde dann mit allen gefeiert; auch Casting Mitbewerberin, C-One, eine 19-jährige Rapperin, mit ihrem eigenen Beitrag im Mittelfeld gelandet, wollte offensichtlich überhaupt nicht mehr runter von der Bühne. Als H1, MQstylez und Chevy ihren Königs-Titel nach der Ehrung noch einmal anstimmten, mischte sie deshalb einfach mit.
Revierkönig-Geschäftsführerin Sandra Caspers war nach der über zweistündigen Show zwar fix und fertig, aber hoch zufrieden. „Es war wie immer eine Bombenstimmung“, sagte sie. „Der Revierkönig lebt.“ Und dass die Bayernfesthalle gut besucht war, davon sprechen nicht nur die Fotos Bände.

"Volle Hütte" in der Bayernfesthalle






