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Herr Schalke aus Dortmund

5. August 2010

Von Christoph Hüsken

Ich habe es schon wieder in den Ohren und vor Augen. An einem Getränkestand auf Crange, der für die Einheimischen mehr ist als nur eine schnöde Flüssigkeitsversorgungsstelle, werden zu vorgerückter Stunde Töne erklingen, die die einen Fußballfans in Verzückung versetzen, den anderen aber kurzzeitig die Stimmung vermiesen. Erklingt ein Fanlied des Gelsenkirchener Bundesligisten, erwarten die Anhänger des vorübergehenden Zweitligisten aus Bochum (womit ich mich ziemlich eindeutig oute), ihren Herbert zu hören. Spätestens dann schmeckt den Freunden des Dortmunder Fußballs das Bier nicht mehr. Und trotzdem haben sich irgendwie doch alle lieb. Der typische Ruhrgebiets-Fußball-Wahnsinn also. Fast so wie bei mir vor der Haustür. Nah am Dortmunder Stadion wohnend, steht vor der Tür trotzig mein Kleinstwagen mit VfL-Aufkleber. Um die Ecke liegt eine Textilreinigung, deren Deko aus einem BVB-Trikot besteht. Und wie heißt der Betreiber? Herr Schalke!!! Mehr friedliche Koexistenz geht doch kaum, oder? Wie auf Crange!

Müde Füße, schon jetzt

4. August 2010

Von Silke Bender

Ja, ist es denn wahr? Mir tun jetzt schon die Füße weh. Dabei habe ich gerade mal den ersten echten Tag auf Crange gehabt, an dem ich von A nach B, von Pontius zu Pilatus, vom Riesenrad zur Achterbahn und wieder zurück gelaufen bin. Alles im Dienste der Öffentlichkeitsarbeit für unser schönes Volksfest, versteht sich. Eine Internetredakteurin des WDR guckte sich um, um eine vertonte Bildergalerie für Freitag zu produzieren. Ein WDR-Fernsehteam guckte sich um, um die ebenfalls für Freitag geplanten Live-Schalten von Crange vorzubesprechen. Und ein weiteres Journalisten-Duo guckte sich an der Künstlerzeche um, um für Freitagabend alle Bilder und O-Töne im Kasten zu haben.

Nun sind zwar meine Füße müde, aber das Schöne ist: Endlich konnte auch ich den Platz erkunden, endlich habe ich viele Schausteller getroffen, die man eben nur einmal im Jahr sieht.

Auffem Star Flyer oder Mittelohr funkt SOS

3. August 2010

von Katrin Brodherr

ck_starflyerManchmal haben wir Journalisten es richtig gut: So dürfen wir in Crange schon vor der offiziellen Eröffnung auf die Karussells. Zum Beispiel auf den Star Flyer - das größte reisende Kettenkarussell der Welt. Was mich völlig erstaunt: Die meisten Kollegen kneifen. Nur ein Redakteur von der Kirmesrevue und ich trauen uns. 

Ordentlich gesichert geht’s rauf auf 43 Meter Höhe. Dort drehen wir uns im Kreis. Erst ganz langsam - toll, der weite Blick über den Kanal und das Kirmesareal - dann immer schneller. Und Sekunden später weiß ich, warum einige Journalisten-Kollegen lieber unten auf festem Boden blieben. Mein Magen krampft und mein Gleichgewichtssinn im Mittelohr funkt SOS. „Wir verlassen die für Säugetiere übliche Umlaufbahn.”

Mein Angstzentrum irgendwo zwischen Brust und Magen wird noch deutlicher: „Hilfe, Hilfe, Hilfe” kreischt es mindestens vier Oktaven über Normal. „Zu schnell, zu hoch, zu schräg - das kann nur in einer Katastrophe enden.” Aber schon schreitet mein Gehirn ein. Aufkeimende Panik ist nun einmal Chefsache.

 „Achtung Ohren - dem Sitznachbarn zuhören”, kommandiert es. Solange der weiter fröhlich von seinen Kirmeserlebnissen plaudere, sei alles in Ordnung. Sagt mein Gehirn. Und gibt schon die nächsten Kommandos aus: „Atmen, Magen schließen, Popo zusammenkneifen!”

Das Panik-Bewältigungs-Zentrum in meinem Gehirn ist gut trainiert. Es vergisst nie das Wesentliche! Heile wieder unten, übernimmt allerdings sofort das benachbarte Prahlareal: „Hah, ich hab’s gewagt”, plappert es großspurig aus mir heraus. „Ihr Warmduscher habt ja gekniffen!”

Tja, was soll ich sagen: Mein Gehirn ist halt auch nur ein Mensch!

Alle Jahre wieder …

3. August 2010

Von Birgit Stegemann

Ich sitze an meinem Schreibtisch, schaue auf meine Uhr und es ist kurz vor Crange. Schmunzelnd denke ich an Rainer und Beate. Die beiden kommen aus dem Rheinland und ich habe sie 1989 in Ägypten im Urlaub kennengelernt. Zwischenzeitlich sind aus Urlaubsbekannten gute Freunde geworden. Natürlich wurde ich gleich zu Anfang unserer Freundschaft zum Karneval nach Kölle eingeladen. Im Gegenzug wollte ich mit der Cranger Kirmes auftrumpfen. Die beiden sagten jedes Jahr zu, sind aber bis heute aus den verschiedensten Gründen nie auf Crange gewesen. Mittlerweile muss Beate selber lachen, wenn wir telefonieren und ich ihr sage: “Bald ist wieder Cranger Kirmes.” „Ja, ja, wir kommen, wie jedes Jahr”, sagt sie dann.

Ich hoffe ja, Sie kommen wirklich nach Crange und suchen nicht nach irgendwelchen Ausreden. Schließlich wollen wir auch in diesem Jahr die Besucherzahlen der Rheinwiesen knacken. Also, wir sehen uns auf Crange!

Willkommen zurück

2. August 2010

Von Christoph Hüsken

Erst gestern habe ich meine diesjährige Kirmesvorbereitung offiziell abgeschlossen. Ein paar Tage Ruhe, sprich Urlaub, gehören dazu. Samt bewährter weiblicher Begleitung habe ich Architektur und Kultur von Krakau bewundert und auf den steilen Pfaden der Hohen Tatra Bergluft getankt. Zakopane, das kleine, eindrucksvoll überlaufene Gebirgsstädtchen im Süden Polens, hat mir mit seinem Rummel gleich einen Vorgeschmack auf die zehn Tage von Crange gegeben und sogar ein paar Karussells waren dort aufgestellt - etwa extra zur Kirmeseinstimmung für mich?
So richtig klar, dass nur noch wenige Tage bis zum Kirmesauftakt vergehen, wurde es mir aber nach der Rückkehr. Kurz nach der Landung am Dortmunder Flughafen fiel mein Blick auf ein großformatiges Kirmesplakat. Willkommen Zuhause!

Einem Klempner ins Herz getroffen

26. Juli 2010

Von Birgit Stegemann

Ich sitze mal wieder an meinem Schreibtisch, schaue auf meine Uhr und es ist kurz vor Crange. Sechs Jahre ist es jetzt her, dass ich mitten in ein „altes Klempnerherz” getroffen habe. Mein heutiger Ehemann und ich waren noch kein Jahr zusammen, da war mal wieder Kirmes auf Crange. Frisch Verliebte haben Ideen und so trieb es mich auf der Kirmes zum Herzlmacher. Ich ließ für meinen Herzallerliebsten ein Lebkuchenherz mit dem 3-Worte-Bekenntnis und seinem Namen fertigen. Tagsüber telefonierte ich mit ihm und kündigte eine kleine Überraschung an. Seine Antwort war: „Ich weiß schon, was es ist.” Ein bisschen enttäuscht war ich schon.

Abends kam mein Mann sehr spät nach Hause. Das Herz hatte ich in der Küche auf seinen Essplatz gelegt. Als er es sah, rief er triumphierend: „Wusste ich es doch!”

Doch dann las er, was auf dem Lebkuchenherzen stand, nämlich sein Name. Eben kein Herz von der Stange. Als er mein Herz bekommen hat, hat er ja auch keines von der Stange erhalten. Aber bei ihm hatte ich wohl mitten ins Schwarze getroffen. Er war ganz gerührt.

Vielleicht überraschen Sie Ihre Lieben auch einmal mit einem so individuellen Geschenk von der Cranger Kirmes.

Die Kirmesjungfrau

22. Juli 2010

Von Katrin Brodherr

Ich war noch nie auf der Cranger Kirmes. Also noch nie so richtig – soll heißen: länger als 30 Minuten. Ein Charakterfehler. Sicher. Aber zu meiner Verteidigung: Ich arbeite dran und werde in diesem Sommer alles nachholen.

Immerhin: Eine halbe Stunde war ich ja mal auf Crange. Das war 1978 oder 79. Jedenfalls in dem Jahr, in dem es im Revier zuletzt genauso tropisch war wie in diesem Sommer. Und deshalb zählte nur eines: Abkühlung.

Meine Schulfreundin Sabine und ich fuhren immer nur im Happy Sailor – mit viel Fahrtwind und zum Abschluss einer kühlen Dusche aus dem Springbrunnen in der Mitte. Super. Für etwa fünf Runden. Dann gab ich meine eigene Version von „Der Exorzist” zum Besten. Kein schöner Anblick. Ich schwöre noch heute: Ich war im Gesicht genauso grün wie Linda Blair im Filmoriginal!

Dieses Jahr aber wird alles anders. Ich bin ja jetzt nicht mehr elf, sondern … nun ja, sagen wir einfach: Ich bin reif für mein erstes Mal.

Liebe geht durch den Magen

22. Juli 2010

Von Birgit Stegemann

PommesIch sitze an meinem Schreibtisch, schaue auf meine Uhr und es ist kurz vor Crange. Dabei stelle ich fest, dass der Volksmund schon sagt: “Liebe geht durch den Magen!”

Das meinte mein Mann auch, als wir uns kennen lernten und er zu mir zog. Für mich alleine habe ich ja gar nicht gekocht. Dafür hatte der liebe Gott doch Imbissstuben und Köche in die Welt gesetzt.

Meine Liebe zur Kirmes geht auf jeden Fall durch den Magen. Alkohol und Fahrgeschäfte muss ich mir immer noch mal durch den Kopf gehen lassen. An der Kirmes liebe ich die kleinen Leckereien. Mmmhhh, die leckeren Erdbeerspieße mit weißer Schokolade oder die Weintrauben mit Zuckerguss. Dann die Champignons mit Knoblauchsoße und das Brezel mit Schweizer Käse. Zwischendurch noch ein Kirmeseis oder gebrannte Cashewkerne. Eine meiner Lieblingskolleginnen kam mit belgischen Pommes und Erdnusssoße an. Da läuft mir jetzt schon das Wasser unter der Brücke zusammen.

Da gibt es nur ein kleines Problem. Nein, nicht was Sie jetzt denken. Ich habe keine Gewichtsprobleme!!! Ich bin einfach nur zu klein für meine Figur.

Ein Hauch von Kirmes

21. Juli 2010

Von Greta Holthus

Montagabend war ich mit einer Freundin auf dem Kirmesplatz. Weil so schönes Wetter war, sind wir mit dem Fahrrad unterwegs gewesen. Auf der Dorstener Straße standen die ersten Wohnwagen. Die haben uns neugierig gemacht. Und tatsächlich, die ersten Schausteller bauen auf. An der Kanalseite haben wir sogar eine ritterliche Bratwurst und ein Mineralwasser bekommen. Es schmeckte herrlich, so mit Blick auf den Kanal. Von Kirmes kann zwar noch keine Rede sein, aber einen ersten Hauch davon nimmt man schon wahr.

Crange ist Euphorie!

21. Juli 2010

Von Tibo Zywietz

autofahneVor nicht sehr langer Zeit endete die Fußball-Weltmeisterschaft mit einem grandiosen dritten Platz der deutschen Nationalmannschaft. Jeder Mensch hat in dieser Zeit wieder diese große Euphorie verspürt. Der Opa schmückte seine Gartenlaube mit Deutschlandfahnen, Papa saß im Trikot vor dem Fernseher und feuerte seine Mannschaft an. Ganz zu schweigen von den Millionen Menschen, die sich auf den Fanmeilen in ganz Deutschland eingefunden haben.

Diese Euphorie findet sich jedoch nicht nur beim Volkssport Nummer 1 der Deutschen, sondern auch in Herne und Umgebung, während der Cranger Kirmes. In der Nähe des Kirmesplatzes herrscht schon heute eine ganz spezielle und besondere Atmosphäre, die man einfach nur hier erfahren kann. Einige Gastronomiebetriebe haben ihre Pforten für Besucher geöffnet und auf dem Kirmesplatz finden sich zahlreiche Menschen ein, welche dem bunten Treiben der bereits anwesenden Schausteller zusehen.

Zudem sehe ich auf den Straßen auch immer mehr Fahrzeuge mit Fahnen der Cranger Kirmes. Der etwas andere Schmuck für das Auto - mit dem berühmten Windmühlenmotiv - ist in allen Vorverkaufsstellen fast restlos ausverkauft. Hier gilt die Devise: Volksfest statt Volkssport!